Ich hatte mich recht früh mit Melanie vor der Schule verabredet, weil ich nicht wieder wegen regem Interesse auf einen der hinteren Plätze in der Aula zurückgreifen wollte. Doch als ich pünktlich um 18.45 auf den Parkplatz fuhr, war ich doch etwas überrascht, nur ein Auto zu sehen, das zumindest aber einem Lehrer gehörte.
Bis kurz nach halb Acht war immer noch keiner da, die Aula war abgeschlossen und im einzigen offenen Klassenraum saß ein einsamer Herr Huth mit einem Stapel Bücher und einer Leselampe.
Ja, der Literaturabend ist ausgefallen, ganz inoffiziell. Herr Brenzel hat weitere Termine und Herr Leibold hat laut Herrn Huth "einfach die Schnauze voll" (was ich auch verstehen kann - glaub, dieses Jahr war für ihn das anstrengendste seiner Karriere...).
Wir haben uns dann wenigstens noch die Bücher angeschaut, die vorgestellt werden sollten und Herr Huth hat auch aus einem vorgelesen.
Allerdings weiß ich nur noch, dass es ein satirischer Text über die DDR war. Ganz lustig, aber fragt mich bitte nicht nach Autor und Titel. War mit meinen Gedanken ganz woanders...
Hoffe nun, dass der Abend nächstes Schuljahr besser organisiert wiederholt wird, obwohl die Schulleitung letztes Mal nicht begeistert war, weil's für eine katholische Privatschule angeblich zu obszön gestaltet wurde. Aber die Lehrer haben da zum Glück Narrenfreiheit und lassen sich da nicht reinreden. Sind ja nicht alle so prüde ;)
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